Nur im wilden Westen, in Europa nicht zugelassen. Vor allem wohl wegen zu schlechter Abgaswerte. Unsere Normen erfordern eben eine Motorsteuerung mit Kennfeldern und Abgasrückführung usw. also geht es ohne Elektronik nicht mehr.
Ich finde aber auch die Darstellung immer falsch. Elektronik ist ja nicht per se was Schlechtes. Sie wird halt einfach absichtlich intransparent und kundenunfreundlich konstruiert. Man könnte auch vernünftige, reparable Elektronik ohne Lock-in konstruieren.
Bis in die 90er kamen Autos und eigentlich alle technischen Produkte mit Konstruktionsplänen, Schaltplänen, Stromlaufplänen usw. Guckt mal die Handbücher von früher an. Wann haben wir als Konsumenten angefangen Produkte zu kaufen wo sowas nicht dabei ist?
Wann haben wir als Konsumenten angefangen Produkte zu kaufen wo sowas nicht dabei ist?
Die meisten Leute hat Reparierbarkeit leider nie interessiert und nur eine kleine Minderheit hat sich daran gestört, dass Schaltpläne nach und nach einfach weggelassen wurden. Und heute stehen wir vor diesem Scherbenhaufen.
Ich hab mir vor kurzem einen kleinen Röhrenfernseher gekauft, der Schaltplan mit allen Bauteilen war im Internet zu finden. Es war so schön, einfach alle defekten Teile bestellen und ihn reparieren zu können. Als Gesellschaft sollten wir dort wieder hinkommen, aber der ungebremste Kapitalismus steht dem im Weg.
Ich hab vir kurzem (halbes Jahr) mit meiner 4 jährigen als Bastelprojekt eine japanische HiFi Boombox aus den 90ern um einen Klinkeneingang für Alexa erweitert. Ohne Schaltpläne wäre das komplett nicht möglich gewesen.
Als jemand, der Solarpunk sowohl für ein tolles SciFi-Genre als auch eine erstrebenswerte Zukunft hält, sehe ich Wartung und Pflege (maintenance and care) als zentrale Motive einer zukünftigen Gesellschaft. Habe vor ein paar Jahren einen tollen Artikel im Places Magazin dazu gelesen.
Wird für die nächste Demo gebucht ;-)
Das hätte ich ehrlich gesagt auch gerne als Elektroauto für Privatmenschen.
ja bitte sowas von
Jep ein moderner, nicht smarter, reparierbarer und haltbarer PKW mit Elektroantrieb fehlt derzeit am Markt.
Ein reparierbarer und haltbarer PKW fehlt seit langer Zeit, schon bevor Elektroantrieb brauchbar wurde.
Die Autoindustrie war ein Vorreiter der Enshittification, schon bevor es das Wort "Enshittification" gab.
Während große Landmaschinenhersteller ihre Traktoren mit Software, Sensoren und Vernetzung vollpacken, geht ein Zehn-Personen-Betrieb aus Kanada mit voller Absicht den umgekehrten Weg: Ursa AG montiert im Örtchen Bowden in der Provinz Alberta Traktoren mit Motoren, Getrieben und Bedienelementen, die, so weit es geht, auf Elektronik verzichten. Die Maschinen sollen sich ohne Herstellersoftware und ohne Freischaltung durch einen Vertragshändler warten und reparieren lassen.
Da verstehe ich den Zusammenhang nicht. Wenn Elektronik drin ist, dann muss die ja nicht zwingend absichtlich die Reparatur verhindern. Oder was ist da das Problem?
Elektronik mit Software Defined Vehicle = mehr €€€
Bedeutet, "blöd" wenn man's nicht macht.
ich glaub hier passiert eine ungünstige vermischung von "elektronik", "computersystemen" und "drm"
das ist genauso wie "ich mag keine chemie" aber eigentlich sind nur industriel verarbeitete lebensmittel gemeint, weil alles ist chemie
Je komplexer, um so fehleranfälliger wird Technik. Kleine Schäden an mechanischen Komponenten lassen sich oft sehr einfach, sehr schnell und mit sehr einfachen Mitteln, teils auch provisorisch, reparieren. Kleine Schäden an komplexer Elektronik legen gerne das komplette System lahm und lassen sich oft nur durch den Austausch kompletter teurer Komponenten beheben. Wenn man die fehlerhafte Komponente überhaupt erstmal gefunden hat.
Ich würde persönlich die Grenze bei integrierten Komponenten ziehen - eine diskrete Schaltung kannst du nach etwas Einarbeitung und mit vorliegendem Schaltplan auch als Laie noch recht zuverlässig reparieren (und mit diskreten Schaltungen ist enorm viel möglich).
Eine einzelne für sich isolierte Schaltung ist, wenn man gerade den Schaltplan zur Hand hat, vielleicht in einer einigermaßen sauberen Umgebung noch recht einfach zu reparieren, aber bei einer einzelnen Schaltung in einer hochkomplexen Maschine mit armdicken Kabelsträngen und hunterter solcher Schaltungen, die alle irgendwie zusammenhängen, draußen im Dreck unter Zeitdruck wird schon blöd. Da dauert es schon ewig, bis Du den Fehler überhaupt erst gefunden hast, auch wenn es evtl. nur eine Kleinigkeit wie eine lose Steckverbindung oder schadhafte Isolation an einem Kabel ist.
Wenn Du nicht mal so sonderlich viel Pech hast, führt ein so kleiner Fehler dazu, dass die Maschine sich nicht mal mehr ein paar Meter weit fahren lässt. Und das wird bei Land- und Baumaschinen dann gerne schnell richtig blöd, weil die dann nicht nur gerne gerade irgendwo stehen, wo sich eine komplexe Reparatur an empfindlicher Elektronik denkbar schwierig gestaltet, sondern sie auch noch der Fortsetzung der evtl. zeitkritischen Arbeit, z.B. Ernte, noch bevor es anfängt zu regnen, mit einer Ersatzmaschine im Weg stehen, an einer Stelle, wo Abschleppen mit seinen ganz eigenen Herausforderungen kommt. (z.B. mitten auf dem Feld, mit angehängten Arbeitsmaschinen, die sich, wenn die falsche Steuerung kaputt ist, auch nur umständlich abhängen lassen)
Dazu kommt noch, dass die möglichen Schäden an den mechanischen Komponenten ja nicht aufhören zu passieren, nur weil die Technik elektronisch gesteuert ist. An einer komplexeren Maschine gehen halt einfach mehr Sachen kaputt, als an einer einfacheren.
Wenn irgendwo Software läuft deren Urheber du nicht 100% vertraust, besteht immer die Gefahr, dass sie irgendwann gegen deinen Wunsch handelt bzw. gegen dich verwendet wird. Denk zum Beispiel an die ganzen Verschlimmbesserungen durch Updates. Ich find die Idee deshalb einleuchtend: wenn weniger Software läuft, muss ich weniger Vertrauen mitbringen.
Schwieriger mit 'nem Schraubenschlüssel zu reparieren.
... ein manuelles Getriebe mit 32 Vorwärts- und 32 Rückwärtsgängen ...
Pausenloses Umrühren oder Übersetzungsfehler?
Feldarbeiten und Strassen haben ziemlich unterschiedliche Geschwindigkeits-Anforderungen. Deshalb haben manuell geschaltete Traktoren oft das übliche H oder doppel-H und dann einen extra-Hebel für Schildkröte/Hase, zudem noch vor/rückwärts. Der langsame Modus schaltet dann eher im Rahmen 1/10 bis vielleicht 10 km/h.
das is eher so wie n "21 gang" fahrad du hast 2 getriebe, eines sehr grob je nach aufgabe, und eines fein innerhalb dessen das du dann tatsächlich während des fahrens umschaltest
und die multiplizieren sich halt, also wenn du 4 in einem und 8 im andren hast multiplizieren die sich und du kommst nominell auf 32
Normal bei schweren Maschinen mit Schaltgetriebe. Bei Land-und Baumaschinen gerne auch mit gleich vielen vorwärts- und Rückwärtsgängen, weil der Rückwärtsgang in ein separates Wendegetriebe ausgelagert ist und auf alle anderen Gänge wirkt. Bei manchen Maschinen ist die Anzahl der damit schaltbaren Rückwärtsgängen gesperrt (Rückwärtsgang lässt sich nur in niedrigen Gängen einlegen), weil es in der Regel nicht sinnvoll ist, sehr schnell rückwärts zu fahren.
Wie schon mehrere Andere gesagt haben, wird das realisiert über mehrere Getriebe in Reihe, dadurch multipliziert sich die Anzahl der schaltbaren Gänge, das ist das gleiche Prinzip wie bei Kettenschaltung am Fahrrad. Im Endeffekt spart man dadurch gegenüber der tatsächlich vorhandenen Anzahl an Fahrstufen physische Gänge ein.
Ein Getriebe mit insgesamt je schaltbaren 32 Vorwärts- und Rückwärtsgängen kann man so mit nur 12 physischen Gängen bauen: 4 Gänge Vorgelege, 4 Gänge Schaltgetriebe, 2 Gänge Splitgruppe, 2 Gänge (vorwärts/rückwärts) Wendegetriebe.
So viel Rühren ist das bei normaler Benutzung auch nicht, denn man schaltet nur die Gänge, die man für die aktuelle Situation braucht. Gewünschten Geschwindigkeitsbereich/Zugkraft im Vorgelege einlegen, danach muss man nur noch im normalen Schaltgetriebe schalten, und kann bei geringer Last auch Gänge überspringen. An Steigungen bzw. beim Beschleunigen unter Last muss man ggf. die Splitgruppe benutzen, wenn die Abstufung zwischen den Gängen zu grob ist.
Landwirt hier: Traktoren haben Gruppenschaltungen. Also neben der eigentlichen Gangschaltung gibt es noch die übergeordnete Gruppenschaltung. Mein klassischer Traktor etwas älterer Bauart hat 4 Gänge bei 4 Gruppen, also insgesamt 4 x 4 = 16 Gänge. Jeweils vorwärts und rückwärts. Manchmal gibt es noch einen Schalter um schnell zwischen langsam und schnell umzuschalten, und schon sind es 32 Gänge...
also quasi wie ein Fahrrad?
Weder noch, in der Broschüre zum Traktor steht
Transmission Manual / 32 forward / 32 reverse
In der Landwirtschaft fährt man je nach Aufgabe, Gerät und Gegebenheiten in unterschiedlichen Recht langsamen Geschwindigkeiten. Da sind viele Gänge durchaus sinnvolle. Man kann davon einen großen Teil beim Beschleunigen überspringen.
Wart mal, der kann also 30 km/h rückwärts fahren? Keine sperre im Getriebe?
Ich vermute mal da sind mehrere Getriebe in Reihe, z. B. ein Achtgang, ein Viergang und eines, was nur vorwärts und rückwärts kann
Ich habe neulich ein Video über die Unimog-Schalthebel gesehen: da gab's 8 Gänge (auf der Strasse anfahren im 4. oder 5.), einen Hebel für vorwärts/rückwärts, und dann noch zwei Extrahebel für zwei verschiedene Kriechübersetzungen. Der hier hat auch 24 Gänge.
Da sind die 32 gar nicht mal so abwegig.
https://www.ursa-ag.ca/products/260/index.html
Steht so auf deren Webseite. Ich bin kein Landwirt, aber ich nehme mal an, dass verschiedene Gangbereiche unterschiedliche Zwecke erfüllen, z.B. Feld (5-10 km/h) und Straße (25-60 km/h)
0.1 bis 10 km/h ist es eher.
